Donnerstag, 22. Mai 2008

Gänseblümchen

Nach anderthalb Stunden rumwälzen im Bett, einer dummen SMS mehr, knapp drei Stunden unruhigen Schlafes, zwei Antworten auf jene Nachricht, die das Aus einer meiner mir wichtigsten und bedeutendsten Freundschaften verhießen, und überhaupt nach der Betrachtung des Verlaufs der letzten 3-4 Tage - wie könnte mich da aufbringen, dass keine Zigaretten mehr im Haus sind? wie könnte mich da der feurige Anblick meiner Küche noch schocken?
Da hat wohl jemand vergessen den Herd am Abend auszuschalten...^^

Okay, ich gebe zu, so feurig sah die Küche gar nicht aus. Es war lediglich heiß und verdammt stickig. Der Topf gleicht einem Kohlestück, aber - naja, das war's auch schon. "Ich bin ein Gänseblümchen...^^
Fast zumindest - mir fehlt meine Scheiß-Nacht-Aber-Steh-Jetzt-Auf-Zigarette *grmlbrummgrml*

Es war schon wieder so ein Morgen
schon wieder so ein Tag,
ich steige ausm Bett, geschmeidig wie ein Wäschesack.
Schaue in 'n Spiegel, da steht 'n fremder Mann
aufgedunsen wie ein Klassenzimmertafelschwamm.
Es läuft schwarze Musik auf irgendeinem Sender,
schwärzer als das Dunkel meiner Augenränder.
Der Kaffee is alle, die Zeitung geklaut -
ich fang nicht an zu fluchen, nein, ich sage mir ganz laut

Ich bin ein Gänseblümchen im Sonnenschein
und durch meine Blüte fließt die Sonne in mich rein
ich bin ein Gänseblümchen und mir wird ganz warm
ich könnt die ganze Welt und dann mich selbst umarm
ich bin ein Gänseblümchen ohne Aggression
Wut, Ärger, was bringt das schon
ich bin ein Gänseblümchen und ich sag es ganz laut...


Warum funktioniert das nur bezüglich des die ganze Nacht vor sich hin schwelenden Herdes und läßt sich nicht auf all die anderen Dinge verwenden?
Ich erlaube mir mal, mir selbst zu antworten:
Weil ich dann wahrscheinlich der herzloseste und kälteste Mensch auf Erden wäre... und ja, ich denke, dass es (noch) nicht so(weit) ist, auch wenn einige andere Mitmenschen da ganz gegenteiliger Meinung zu sein scheinen.

Narben...


Mit der Klinge fahr ich langsam
meinen Unterarm hinauf.
Dann ein Schnitt, klein und flach,
und die Welt um mich blüht auf.

Schmerz schärft alle meine Sinne,
jede Faser ist gestimmt.
Und ich hör den Körper singen,
wenn der Schmerz die Last mir nimmt.

Tiefer noch ein bisschen tiefer
schneid ich in den weißen Arm.
Aus der Wunde sickert lautlos
dunkles Blut und mir wird warm.

Das Blut so rot, das Blut so rein.
Die Zeit heilt meine Wunden nicht.
Mein Blut zu sehn, ist Wunderschön,
mein Blut zu sehen, tröstet mich.

Glück durchströmt den ganzen Körper.
Schmerz treibt jeden Schmerz heraus.
Um auf diese Art zu fühlen,
nehm ich all das Leid in Kauf.

Das Blut so rot, das Blut so rein ...

Ich verletze nur die Hülle.
Alles was darunter liegt,
hab ich so tief eingeschlossen,
dass es sich mir selbst entzieht.

Das Blut so rot, das Blut so rein ...


- Subway to Sally -
- Narben -


Indem ich allein dahinmarschierte, fiel mir ein, daß ich im Grunde alle meine Wege so einsam gemacht habe, und nicht nur die Spaziergänge, sondern alle Schritte meines Lebens...

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